Das Glas entscheidet darüber, ob ein Wintergarten ein ganzjähriger Wohnraum wird oder ein Sommerplatz bleibt. Dieser Ratgeber ordnet die Glasarten ein, erklärt die Ug-Werte und nennt die Aufpreise, mit denen Sie rechnen müssen.
Die Verglasung macht einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus, wird aber selten separat ausgewiesen. Als Orientierung dienen daher die Komplettpreise inklusive Lieferung und Montage: Ein einfach verglaster Sommergarten liegt bei etwa 350bis 620 €/m², die Premium-Variante bei820 bis 1050 €/m². Ein beheizbarer Wohnwintergarten mit wärmegedämmten Profilen kostet1700 bis 2800 €/m², eine reine Terrassenüberdachung 220 bis600 €/m².
Wer gezielt bei der Verglasung aufrüstet, kann mit klaren Aufpreisen rechnen: 2-fach-Isolierglas schlägt mit etwa +120 €/m² zu Buche, 3-fach-Verglasung mit rund +260 €/m². Sonderausstattungen wie selbstreinigendes oder getöntes Glas kosten je nach Hersteller zusätzlich.

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ist thermisch vorgespannt und deutlich bruchfester als normales Floatglas. Zerbricht es, zerfällt es in kleine, stumpfkantige Krümel. ESG eignet sich für Seitenelemente, Schiebetüren und Festverglasungen.
VSG (Verbund-Sicherheitsglas) besteht aus zwei Glasscheiben, die durch eine reißfeste Folie verbunden sind. Bricht eine Scheibe, bleiben die Bruchstücke an der Folie haften — niemand wird von herabfallenden Splittern getroffen. Deshalb ist VSG die einzige zulässige Wahl für das Glasdach.
Isolierglas ist keine eigene Glasart, sondern ein Aufbau: zwei oder drei Scheiben mit gasgefülltem Zwischenraum. Es sorgt für die Wärmedämmung und lässt sich mit ESG oder VSG kombinieren — im Dach eines Wohnwintergartens steckt also typischerweise Isolierglas mit VSG als unterer Scheibe.
Wie gut eine Verglasung dämmt, beschreibt der Ug-Wert — je niedriger, desto weniger Wärme geht verloren. 2-fach-Isolierglas erreicht etwa Ug 1,1 W/(m²K), 3-fach-Verglasung etwa Ug 0,6 W/(m²K). Eine Einfachverglasung liegt um ein Vielfaches darüber.
Möglich machen das zwei Dinge. Erstens der Scheibenzwischenraum, der mit Edelgas (meist Argon) gefüllt ist und Wärmeleitung bremst. Zweitens eine hauchdünne, unsichtbare Metallbeschichtung auf der Innenseite: Sie lässt Sonnenlicht herein, reflektiert aber die Heizungswärme zurück in den Raum. Ohne diese Low-E-Beschichtung wären die heutigen Ug-Werte nicht erreichbar. Für einen beheizten Wintergarten ist 2-fach-Isolierglas das Minimum; 3-fach lohnt sich vor allem bei ganzjähriger Wohnnutzung.
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Die Verglasung entscheidet über Wärmeschutz — und über einen großen Teil des Preises.
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Über Kopf gilt eine einfache Regel: Alles, worunter sich Menschen aufhalten, muss beim Bruch zusammenhalten. Deshalb schreiben die technischen Regeln für Überkopfverglasungen VSG vor — üblich sind im Wintergartendach 8 bis 10 mm starke Glasscheiben. ESG allein ist im Dach nicht zulässig, weil seine Krümel bei einem Bruch komplett herabfallen würden.
Seriöse Hersteller halten diese Vorgabe ohne Diskussion ein. Bei den von uns geprüften Betrieben aus Polen gehört VSG im Dach ebenso zum Standard wie Aluminium-Profile nach EN 12020-2 und eine CE-Kennzeichnung der tragenden Konstruktion nach EN 1090-1. Fragen Sie im Zweifel gezielt nach — ein Angebot ohne VSG im Dach ist ein Ausschlusskriterium.
Die Glasdicke richtet sich nach Einbauort, Elementgröße und Belastung. Im Dach sind 8 bis 10 mm VSG üblich; in schneereichen Regionen oder bei großen Sparrenabständen kann der Statiker mehr fordern. Für Seitenelemente genügen meist dünnere Scheiben, bei Isolierglas ergibt sich die Gesamtstärke aus beiden Scheiben plus Zwischenraum — ein typisches 2-fach-Paket kommt so je nach Hersteller auf gut 24 mm Aufbau. Wichtig: Die Dicke legt nicht der Kunde fest, sondern die statische Berechnung.
Ein Kaltwintergarten wird mit Einfachverglasung ausgeführt — das spart Geld, hat aber physikalische Grenzen. Die größte: Kondenswasser. Trifft feuchte Raumluft auf die kalte Scheibe, beschlägt das Glas und Wasser läuft an den Profilen herab. An kalten Morgen ist das normal und kein Mangel, verlangt aber konsequentes Lüften, sonst drohen auf Dauer Stockflecken an Möbeln und Rahmen.
Dazu kommt: Ohne Wärmedämmung heizt sich der Raum im Sommer schnell auf und kühlt im Winter fast auf Außentemperatur ab. Ein Kaltwintergarten ist deshalb ein verlängerter Sommer, kein Wohnraum. Wer das weiß und akzeptiert, bekommt viel Glasfläche für wenig Geld. Wer heizen will, sollte von Anfang an in Isolierglas investieren, denn ein nachträglicher Umbau ist teurer als der Aufpreis beim Neubau.
Glasdächer sind schwer zu erreichen und verschmutzen schnell durch Pollen, Staub und Vogelkot. Selbstreinigendes Glas trägt eine Titandioxid-Beschichtung, die in zwei Schritten arbeitet: UV-Licht zersetzt organischen Schmutz, und Regenwasser bildet einen gleichmäßigen Film, der die Rückstände abspült, statt Tropfenränder zu hinterlassen. Ganz ohne Putzen geht es nicht, aber die Intervalle verlängern sich deutlich — bei senkrechten Verglasungen, die sich bequem reinigen lassen, ist der Aufpreis dagegen verzichtbar.
Für Terrassendächer und einfache Sommergärten sind Stegplatten aus Polycarbonat eine verbreitete Alternative. Sie sind leichter und günstiger als Sicherheitsglas, was schlankere Konstruktionen erlaubt. Die Nachteile: geringere Lichtdurchlässigkeit, ein milchiger statt klarer Durchblick und eine kürzere Lebensdauer — Polycarbonat vergilbt und verkratzt mit den Jahren. Auch akustisch gibt es Unterschiede: Regen trommelt auf Stegplatten hörbar lauter. Für einen Wohnwintergarten kommt das Material nicht infrage, als preisbewusste Lösung für eine Überdachung kann es dagegen völlig ausreichen.
Auch das beste Glas ändert nichts daran, dass ein Wintergarten ein Sonnenkollektor ist. Sonnenschutzglas mit reduziertem Energiedurchlass hilft, ersetzt aber keine Beschattung — erst Markise oder Raffstore machen den Raum im Hochsommer nutzbar. Beides sollte von Anfang an mitgeplant werden, weil nachgerüstete Lösungen oft teurer und weniger elegant sind. Details dazu im Ratgeber zur Wintergarten-Beschattung.
Komplett geliefert und montiert kostet ein einfach verglaster Sommergarten etwa 350 bis 620 €/m², ein beheizbarer Wohnwintergarten 1.700 bis 2.800 €/m². Der Aufpreis für 2-fach-Isolierglas liegt bei rund +120 €/m², für 3-fach bei etwa +260 €/m² Glasfläche.
Im Dach ist VSG mit 8 bis 10 mm Stärke Pflicht, für die Seiten eignet sich ESG. Soll der Raum beheizt werden, kommt Isolierglas zum Einsatz – 2-fach mit Ug ca. 1,1 oder 3-fach mit Ug ca. 0,6 W/(m²K).
Das regelt jedes Bundesland anders; verlassen Sie sich nicht auf pauschale Quadratmeterangaben. Beheizte Wintergärten sind fast überall genehmigungspflichtig. Die Regelungen mit konkreten Bundesland-Beispielen stehen im Ratgeber zur Baugenehmigung.
Die Einfachverglasung dämmt kaum: Im Winter kühlt der Raum aus, und an kalten Scheiben bildet sich Kondenswasser, das regelmäßiges Lüften erfordert. Als Wohnraum taugen unbeheizte Wintergärten daher nicht – wohl aber als geschützter Sitzplatz von Frühjahr bis Herbst.
Ob 2-fach oder 3-fach zu Ihrem Projekt passt, hängt von der geplanten Nutzung ab — die Unterschiede erklären die Seiten zum Warmwintergarten und Kaltwintergarten. Was Ihre Wunschverglasung konkret kostet, zeigt der Konfigurator oben in wenigen Minuten.
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